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März , 06, 2009 |
Personensuchanlagen sind in Gebäuden oder geschlossenen Arealen. Personensuchanlagen sollen die Suchzeiten für einzelne Personen in der Teambildung oder im Notfalleinsatz mindern. Dazu sind Informationen ohne Zeitverzug (in ) erforderlich. Ziel der Benutzung ist das Herstellen einer zeitweisen Kommunikation zwischen einem Gesuchten, der sich in einem bekannten Gelände oder Gebäude frei bewegt und einem Suchenden, der die perönliche Präsenz oder dessen Informationen beansprucht. Systemalternativen Personensuchanlagen bieten die Funktionen beispielsweise auf der Grundlage folgender Infrastrukturen: der drahtgebundenen Auslösung von Lichtsignalen mit einer Lichtrufanlage mit schlichter Raumbindung, aber ohne Personenbindung der Anzeige (kein Industriestandard) der einfachen drahtlosen Tonsignalgabe an einzelne Geräte (unicast) oder Gerätegruppen (multicast), beispielsweise bei 433 MHz im lizenzfreien ISM-Band der allgemeinen Signalübermittlung über GSM, GPRS, UMTS und Varianten (in Kliniken nicht allgemein zulässig) nach Lokalisierung über GPS (nur außerhalb von Gebäuden zuverlässig) der verbindungslosen und drahtlosen Signalisierung über Rundsendung (broadcast) der Sprachübermittlung ähnlich GSM VoiceMail mit Tonsignal (unicast im DECT-Standard) der drahtlosen Telefonie mit Handgeräten als Punkt-zu-Punkt Verbindung (unicast im DECT-Standard) der Kurztextübermittlung ähnlich GSM ShortMessage (SMS mit oder ohne Tonsignal, unicast im DECT-Standard), auch mit Protokollen IETF-SNPP oder IETF-WCTP, beispielsweise proprietäre Lösung ASCOM (unicast) zusätzlich der Aktivierung und /oder Identifizierung in Nahbereich (RFID bei 868 MHz im lizenzfreien ISM-Band) der unscharfen Lokalisierung von Personen durch Zweifrequenzsysteme (RF-Code mit Infrarot, Sonitor mit Ultraschall 40 kHz oder Visonic mit Infrarot und Hochfrequenz 130 kHz) der unscharfen Lokalisierung von Personen durch Unilateration (RSSI und WLAN, Aeroscout oder Ekahau bei 2,45 GHz im lizenzfreien ISM-Band) der präzisen Lokalisierung über asynchrone Multilateration (RTLS, Nanotron bei 2,45 GHz nach ISO 24730-5 im lizenzfreien ISM-Band) der präzisen Lokalisierung über synchrone Multiangulation (RTLS, WhereNet bei 2,45 GHz nach ISO 24730-2 im lizenzfreien ISM-Band, Abatec bei 5,8 GHz im lizenzfreien ISM-Band, Ubisense bei 5,9 GHz (lizenzpflichtig)) der unscharfen Lokalisierung von Personen durch Mehrfrequenzsysteme (UWB, Time Domain im lizenzfreien Bandbereich 3 bis 10 GHz) komplexer Funktionen über zentrale Server und gemischte lokale Funknetze Eine infrastrukturfeie Personensuchanlage kann allgemein nicht realisiert werden. Als Personen Suchanlagen werden auch Recherche-Lösungen bezeichnet, die lediglich Spuren von Personen in Dokumenten oder Telekommunikationsnetzen durchsuchen. Diese Funktionen des bieten keine Echtzeit- Informationen eines . Zielsetzung Personensuchanlagen sollen möglichst gezielt einzelne Personen oder qualifizierte Gruppen adressieren können. Eine Signalisierung im Rundruf (broadcast) muss auf Ausnahmefälle beschränkt bleiben, wenn Störungen oder Aufmerksamkeitsverluste vermieden werden sollen. Das Auslösen einer Suche soll möglichst dezentral erfolgen können, wobei die einzige mindeste Voraussetzung ein personalisierter Signalgeber sein soll, der einen Rüpckschluss auf die auslösende Person ermöglicht. Gleichzeitig soll dieser Signalgeber auch den Standort, besser noch den momentanen Aufenthaltsort der auslösenden Person offenbaren. Einschränkungen Technisch ähnliche Lösungen sind für die Suche nach Sachen bekannt. Die Lösungen unter Nutzung von Satellitensystemen und von Mobilfunksystemen sind in der Regel für die Suche in oder zwischen Gebäuden nicht hinreichend genau. Informationelle Selbstbestimmung Wer sich nicht suchen lassen möchte, kann dies erklären. Voraussetzung für den Einsatz von Personen- Sucheinrichtungen ist die ausdrückliche Zustimmung des Trägers entsprechender Einrichtungen. Jedes andere Vorgehen ist eine Verletzung des Grundrechts auf . Die bloße Entgegennahme eines persönlichen Kennzeichens ist keine hinreichende Ausdrucksform solcher Zustimmung. Technische Ausprägungen Personensuche ist ein Hilfsmittel, um die Beweglichkeit von personen nicht einzuschränken, dnnoch aber deren momentanen Aufenthaltsort zu ermitteln. Üblicherweise sind solche Systeme funkgestützt. Eine Minderzahl von Angeboten nutzt Licht oder Ultraschall für die Signalübertragung. Allen Lösungen ist gemein, dass die Funktion durch einfaches Ausschalten der Geräte oder Komponenten oder entsprechende Schirmung unterbunden werden kann. Die benutzten Sendeleistungen der Suchsignalgeber sind in der Regel geringer, als die Signale fürdie Mobilfunktelefonie. Die Sendeleistungen derpersönlichen Kennzeichen sinddurch die eingebaute Batterie ohnehin sehr niedrig begrenzt. Persönliche Ausstattung Die Person, die gefunden werden kann, muss ein persönliches Kennzeichen mit sich tragen. das ist in der Regel ein Funkempfänger () oder Funksender () oder Kombinationen (), der dauernd aktiv sein muss, um die Suche zu unterstützen. Autonomer Prozess Eine Suche muss als autonomer Prozess arbeiten, um dem Suchenden einen Hinweis auf den Aufenthalt des Gesuchten zu geben. Dennoch werden auch Lösungen, die eine Kooperation des Gesuchten erfordern, durchweg als Suchanlagen bezeichnet. Standardisierung Es gibt eine Vielzahl technischer und nationale oder internationale des oder der für die benutzten technischen Instrumente (, RSSI, , RTLS, und , RFID) und Verfahren. Es gibt hingegen keinerlei Standardisierung für die Funktionsinhalte von Personensuchanlagen oder von Lokalisierungssystemen. Daher ist eine unmittelbare operationelle Vergleichbarkeit der technischen Angebote verschiedener Hersteller bis auf Weiteres nicht gegeben und auch künftig sind Industrienormen zu den Funktionen dieser Systeme jenseits der Sicherheitsnorm DIN VDE 0834-1 kaum zu erwarten. Verfahren der Ortsbestimmung Hinsichtlich der Interaktion bei der Suche erfordern nicht-kooperative Verfahren (siehe oben) eine Messmethode für den momentanen Ort des Trägers der persönlichen Funkeinrichtung. Dazu sind die Methoden der als unscharfe Lokalisierung () oder der oder der für die präzise Lokalisierung
Zustimmung ist umgangssprachlich eine Meinungsäußerung, die sich der Verlautbarung eines Anderen anschließt. „Zustimmung“ im engeren Sinn ist im deutschen Zivilrecht der zusammenfassende Begriff für die und die . Zustimmung im deutschen Recht Wird der Begriff der Zustimmung im juristischen Zusammenhang gebraucht, handelt es sich dabei um einen inhaltlich in ganz bestimmter Weise gebrauchten Begriff aus der Rechtssprache. Zustimmung im Zivilrecht (Einwilligung oder Genehmigung) Die Zustimmung ist in den ff. geregelt. Wird die Zustimmung vor dem Rechtsgeschäft erteilt, so heißt sie Einwilligung (nach der in BGB), die nachträgliche Zustimmung nennt man hingegen Genehmigung bzw. Genehmigungserklärung. Ein wichtiger Fall, in dem eine Zustimmung erforderlich ist, ist das Geschäft eines beschränkt , z.B. eines , nach der Vollendung des 7. und vor der Vollendung des 18. Lebensjahres. In dem Fall muss der nach ff. BGB seine Einwilligung bzw. Genehmigung erteilen, wenn das Geschäft werden soll. Weitere Anwendungsfälle der Zustimmung sind die ohne Vertretungsmacht ( ff. BGB) und die von Dritten oder Nichtberechtigten. Aus § 182 BGB ergibt sich, dass die Zustimmung eine einseitige ist. Das bedeutet, dass sie nicht wirksam wird, bevor sie dem Empfänger zugegangen ist. Die Zustimmung ist die Erklärung des Einverständnisses zu dem von einem anderen vorgenommenen . Schließt ein Minderjähriger z. B. einen Kaufvertrag über ein ab, so erklärt der gesetzliche Vertreter mit der Zustimmung zu dem Rechtsgeschäft sein Einverständnis. Wird der Vertrag vor der Zustimmung geschlossen, so ist er bis dahin, also bis zur Erteilung der Genehmigung „schwebend unwirksam“. Begrifflich ist die Einwilligung von der rein tatsächlichen Handlung zu unterscheiden, mit dem einem anderen ein Tun gestattet wird, beispielsweise das zum Zutritt, das beim ( StGB) den strafrechtlichen entfallen lässt; die zur , die bei ärztlichen eine Rolle spielt ( ); sowie die Genehmigung von der eines . Die Zustimmung stellt ein dar und ist . Entsprechung im Öffentlichen Recht/Verwaltungsrecht Im wird die Zustimmung einer als „Genehmigung“ bzw. bezeichnet, auch wenn sie vorher erklärt wird
Das Persönlichkeitsrecht dient dem Schutz der einer Person vor Eingriffen in ihren Lebens- und Freiheitsbereich. Rechtslage in Deutschland Im deutschen Recht ist das Persönlichkeitsrecht als solches nicht ausdrücklich geregelt. Zunächst wurden lediglich einzelne wie das Recht auf Achtung der , das oder das ausdrücklich gesetzlich geregelt. Zunehmend zeigte sich jedoch, dass damit kein umfassender Schutz gegen die zunehmenden Beeinträchtigungen des persönlichen Lebens- und Freiheitsbereichs gewährt werden konnte. Seit den 1950er Jahren wurde deshalb in das (APR) mit einem umfassenden Persönlichkeitsschutz aus Art. 1 Abs. 1 (Menschenwürde) in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 GG () abgeleitet, das heute als anerkannt ist. Dieses Recht auf (RIS) wurde hauptsächlich durch das BVerfG-Urteil (Volkszählungsurteil) aus dem Jahr 1983 begründet. Hierunter fällt insbesondere der und die . Von der Entwicklung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts sind weiter spezialgesetzlich geregelte Persönlichkeitsrechte wie z. B. das zu unterscheiden. Rechtslage in der Schweiz Im schweizerischen ist das Persönlichkeitsrecht insbesondere in Art. 28 festgeschrieben: "Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, kann zu seinem Schutz gegen jeden, der an der Verletzung mitwirkt, das Gericht anrufen." "Eine Verletzung ist widerrechtlich, wenn sie nicht durch Einwilligung des Verletzten, durch ein überwiegendes privates oder öffentliches Interesse oder durch Gesetz gerechtfertigt wird." In den Artikeln 28a - 28k werden: Klage (28a,b), Vorsorgliche Maßnahmen (28c,d,e,f) und das Recht auf Gegendarstellung (28g,h,i,k) namentlich erwähnt. Literaturhinweis Jürgen Vahle: Das allgemeine Persönlichkeitsrecht – Eingriffsmerkmale und Schutzansprüche, Neue Wirtschaftsbriefe Herne (NWB) Nr. 5/07 vom 29. Januar 2007 Annina Pollaczek: Pressefreiheit und Persönlichkeitsrecht VDM
Der Begriff Persönlichkeit umfasst die gesamte psychologische Eigenart eines – früher meist als und bezeichnet. Von den vielen interessieren vor allem die auffälligen (charakteristischen) Züge und die relativ überdauernden Verhaltensbereitschaften. In der Philosophie werden eher die Begriffe und verwendet (vgl. Philosophische Anthropologie). Persönlichkeit in der Philosophie Vor Beginn der Neuzeit steht der Begriff der Persönlichkeit vor allem im Kontext zur Theologie und bezieht sich auf die der drei göttlichen Persönlichkeiten. Der Begriff löst sich erst mit von der Theologie: „Persönlichkeit kommt nur intelligenten Akteuren zu, die zu einem Gesetz fähig sind, sowie zu Glück und Leiden. Diese Persönlichkeit erstreckt sich über ihre gegenwärtige Existenz hinaus in die Vergangenheit, allein durch das Bewusstsein, wodurch sie ihre eigenen, früheren Handlungen betreffen, und sie für diese verantwortlich ist, und diese zu ihr gehören und ihr zugeschrieben werden.“ — (orig.: „ belongs only to intelligent agents, capable of a law, and happiness and misery. This personality extends itself beyond present existence to what is past, only by consciousness, whereby it becomes concerned and accountable, owns and imputes to itself past actions.“) Kant unterscheidet dann explizit zwischen Person und Persönlichkeit, letztere ist „die Freiheit und Unabhängigkeit von dem Mechanism der ganzen Natur, doch zugleich als ein Vermögen eines Wesens betrachtet, welches eigenthümlichen, nämlich von seiner eigenen Vernunft gegebenen, reinen praktischen Gesetzen, die Person also, als zur Sinnenwelt gehörig, ihrer eigenen P. unterworfen ist, sofern sie zugleich zur Welt gehört.“ Erst in der Persönlichkeit erscheint der Mensch für Kant selbst in seiner Würde. Ihre Autonomie gibt die Möglichkeit zur freien sittlichen Selbstbestimmung. Die der Persönlichkeit steht im Zentrum der von und . Der Begriff der Person fand zunehmendes Interesse in der Diskussion über und , über die Selbstbestimmung im Hinblick auf lebensverlängernde Maßnahmen und in der Auseinandersetzung über . Die in den sichtbare Tendenz zur der Person steht im Gegensatz zur Überzeugung, dass eine eigengesetzliche geistig-seelische Personalität existiert. () Persönlichkeit in der Psychologie siehe auch → → Definitionen Persönlichkeit ist einer der wichtigsten Begriffe der . Viele Fragen und empirische Forschungsansätze sind durch die Absicht bestimmt, allgemein zu erklären und im Einzelfall zu verstehen, wie sich eine Persönlichkeit mit ihren Eigenschaften unter bestimmten Anlage- und Umweltbedingungen entwickelt, wie sie sich verändert, wie sie in der psychologischen Praxis zutreffend beschrieben, in einzelnen Verhaltensweisen vorhergesagt und eventuell beeinflusst werden kann. Wegen dieser umfassenden Bedeutung kann es nicht verwundern, dass es keine überzeugende Definition des Begriffs gibt. Die Lehrbücher der Psychologie schildern zahlreiche Auffassungen, und oft wird (1961) zitiert, der 49 andere Definitionen vorstellte und seine eigene dann als fünfzigste anschloss: „Persönlichkeit ist die dynamische Ordnung derjenigen psychophysischen Systeme im Individuum, die seine einzigartigen Anpassungen an seine Umwelt bestimmen.“ (Allport, 1959, S. 49). Inzwischen wurden viele weitere Definitionen vorgeschlagen, in denen sich die unterschiedlichen Auffassungen und Absichten sowie die der Autoren spiegeln. Welche Funktionen wesentlich und welche Kräfte in dem dynamischen System Persönlichkeit entscheidend sind, wird in den einzelnen Persönlichkeitstheorien sehr unterschiedlich gesehen. Mit der Absicht, das Besondere einer Persönlichkeit in einem Eigenschaftsprofil zu beschreiben und auf die innere Organisation zurückzuführen, unterscheidet sich die Persönlichkeitspsychologie von der hauptsächlich auf die Vielfalt der Einzelmerkmale ausgerichteten und systematisch beschreibenden . Beide Sichtweisen ergänzen sich wechselseitig. Die Differenzielle Psychologie liefert die beschreibende (deskriptive) Grundlage aller Persönlichkeitstheorien und für alle Aufgabenstellungen der Angewandten Psychologie, die sich ja in der Regel auf wichtige Unterschiede zwischen den Menschen bezieht. Wichtige Themen der Persönlichkeitsforschung sind die Persönlichkeitsentwicklung, die Wechselwirkung zwischen Person und (), die Grundlagen in der , die Geschlechtsunterschiede (), die Persönlichkeit im Kulturvergleich (). Geschichte Die Fragestellungen der Persönlichkeitspsychologie haben eine sehr lange Vorgeschichte in der , der und , und in der Charakterkunde (Charakterologie). In Deutschland waren lange die Begriffe und üblich (siehe , , ) sowie der biografische Ansatz von . prägte den Begriff Personologie im Unterschied zur . Zu den Pionieren der Persönlichkeitsforschung in den angloamerikanischen Ländern gehören (1893-1988), (1897-1967), (1897-1987), (1905-1998); (1916-1997), (geb. 1930). Deren Forschungsprogramme übten einen starken Einfluss auf die neuere deutsche Persönlichkeitspsychologie aus. Eine eigenständige Forschungsrichtung ist hier nur in der von und Mitarbeitern entwickelten biographischen Persönlichkeitsforschung zu sehen. Historiker der Psychologie und Fachpsychologen haben verschiedentlich versucht, die relative Bedeutung und den Einfluss einzelner Persönlichkeitstheoretiker zu vergleichen. Ein hoher Rang wurde auch Autoren, die nicht im engeren Sinn Persönlichkeitsforscher waren, eingeräumt, u.a. , und (siehe Amelang 2004; Fisseni 1998). Persönlichkeitseigenschaften Die Persönlichkeitseigenschaften sind theoretische Konzepte, die aus den empirischen Daten der Differentiellen Psychologie abgeleitet werden. Eigenschaften gelten nicht mehr – wie früher oft angenommen – als starre Charakterzüge, sondern als relativ überdauernde Verhaltenstendenzen (Dispositionen), die sich über verschiedene Situationen und einen längeren Zeitraum hinweg manifestieren. (zur Definition und Methodik siehe ). Entwicklung der Persönlichkeit Wie Persönlichkeitsmerkmale in der frühen und entstehen und wie sie sich auch im mittleren und höheren Lebensalter, d.h. über die ganze Lebensspanne, verändern können (plastisch sind) ist ein wichtiges Thema der . Wichtige Beiträge kommen einerseits aus der und des Menschen sowie der und , andererseits aus den verschiedenen Arbeitsrichtungen der Psychologie. Zu nennen sind vor allem (vgl. Oerter und Montada 2008): Psychodynamische Ansätze von , und u.a. Stufenmodelle der psychosozialen Entwicklung und Identitätsfindung (, James E. Marcia u.a.) Strukturierung durch Entwicklungsaufgaben und kritische Lebensereignisse (Robert J. Havighurst, Sigrun-Heide Filipp) Biografische Persönlichkeitsforschung (, u.a.) sozial-kognitive und handlungstheoretische Konzepte, Bindungstheorien (, Mary D. Ainsworth), Perspektive der lebenslangen Entwicklung (), sowie wichtige Längsschnittstudien im sozialwissenschaftlichen und im medizinischen Bereich, z.B. über Krankheitsdispositionen, Risiken, Umwelteinflüsse. Viele der bisherigen Forschungsergebnisse stammen noch nicht aus gründlichen an denselben Individuen über viele Jahre und Jahrzehnte, sondern wurden gewonnen, indem Personen aus verschiedenen Altersgruppen gleichzeitig (in einer sog. ) untersucht werden. Große Längsschnittanalysen ein und derselben Kohorte haben dagegen das Problem, dass sich die Lebensbedingungen während der langen Beobachtungszeit tiefgreifend ändern könnten. Gegenwärtig existiert noch keine Theorie der Persönlichkeitsentwicklung, welche die vielfältigen Einflüsse zusammenfassen kann: das Zusammenwirken der genetischen (angeborenen) oder früh erworbenen Unterschiede der mit den vielfältigen Einflüssen von Umweltbedingungen, Erziehungseinflüssen, Identitätsfindung und Selbstverwirklichung, als Prozess von und . Persönlichkeitstheorien Die Lehr- und Handbücher der Persönlichkeitspsychologie stellen Dutzende von dar und teilen diese nach verschiedenen Gesichtspunkten ein. So können nach Asendorpf (2007) sieben Paradigmen, d.h. Forschungsansätzen mit typischen Grundbegriffen, Fragestellungen und Methoden, unterschieden werden: das psychoanalytische Paradigma, das behavioristische Paradigma, das Eigenschaftsparadigma, das Informationsverarbeitungsparadigma, das neurowissenschaftliche Paradigma, das dynamisch-interaktionistische Paradigma, das evolutionspsychologische Paradigma. Demgegenüber gliedert Fisseni (1998) in seiner auch historisch breiteren Übersicht nach psychodynamischen Persönlichkeitstheorien, konstitutionstypologischen Persönlichkeitstheorien, philosophisch-phänomenologischen Ansätzen, Schichttheorien, humanistischer Psychologie, kognitiven Persönlichkeitstheorien, faktorenanalytischen Persönlichkeitstheorien, interaktionalen Theorien. Insgesamt behandelt er 29 Theorien und erwähnt noch Dutzende anderer. Diese Vielfalt von Theorien kann irritieren, denn sie zeigt, wie vorläufig diese Entwürfe sind, aber auch wie schwierig eine umfassende Persönlichkeitstheorie ist. Als wichtige Gründe dieses Pluralismus sind zu nennen: Unterschiede des Menschenbildes, die Wissenschaftskonzeption der Psychologie und die Absichten und der Geltungsbereich der Theorie. (siehe ) Personenwahrnehmung und Alltagspsychologie Die wissenschaftliche Persönlichkeitsforschung hat eine Entsprechung in der populären Psychologie. Auch in dieser (engl. folk psychology) werden Eigenschaftsbegriffe gebildet und psychologische Erklärungsversuche der individuellen Verschiedenheiten versucht. Im Unterschied zu den wissenschaftlichen Theorien wird von subjektiver Theorien oder impliziter Persönlichkeitstheorie gesprochen. Ein psychologisch wichtiger Bereich ist die Person-Wahrnehmung: Wie werden andere Menschen wahrgenommen, d.h. im Unterschied zur Dingwahrnehmung als Personen, die ja ebenfalls Wahrnehmende sind und sich deshalb dieses Beobachtet-Werdens in der Wechselbeziehung bewusst sind? (Kommunikationsforschung) Wie entsteht der Eindruck von einer anderen Person aufgrund des Aussehens, der Kleidung, der Sprache, als „erster Eindruck“ vom Verhalten und den typischen Eigenschaften dieser Persönlichkeit? Welchen Anteil haben Gefühle der und der oder die körperliche Attraktivität? Wie wirken sich populäre Vorurteile, stereotype Vorstellungen vom „normalen“ Menschen sowie soziale Bedingungen (eng. social perception) auf diese Bewertungen aus? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen der Fremdwahrnehmung und dem Selbstbild eines Menschen? Diese Fragen regten in der Persönlichkeitspsychologie und sowie in der Interaktions- und Kommunikationsforschung viele empirische Untersuchungen an (siehe Argyle 1983; Asendorpf 2007; Forgas, 1992; Mummendey 1995; Hassebrauck und Niketta 1993; Henss 1998). An die Personwahrnehmung schließen sich alltagspsychologische Erklärungsversuche an, wie Persönlichkeitseigenschaften und die Unterschiede zwischen den Menschen zustande kommen (Laucken 1973; Herkner 1996). Spekulativ werden dem fremden und dem eigenen Verhalten bestimmte Ursachen (Motive) zugeschrieben (siehe psychologische ). Die subjektiven Theorien als sog. Menschenkenntnis haben im Alltag die wichtige Funktionen, das Verhalten der Menschen verstehbar, voraussagbar und kontrollierbar zu machen. Die subjektiven Theorien der Alltagspsychologie sind von den fachpsychologischen Theorien abzugrenzen, wenn auf genaue Begriffe, kritisches Methodenbewusstsein und unerlässliche empirische Überprüfungen geachtet wird. dienen der Orientierung des Einzelnen in der persönlichen Lebenswelt, Persönlichkeitstheorien verlangen systematisches, gesichertes Wissen. Die populären Persönlichkeitskonzepte sind auch deswegen interessant, weil sie in die wissenschaftliche Psychologie hineinwirken und umgekehrt auch Forschungsergebnisse durch die Medien als psychologisches Alltagswissen vermittelt werden. Psychologen werden in ihren Interviews und Fragebogen sowie in ihrer gesamten Berufspraxis häufig auf solche Vorstellungen stoßen. Alltagspsychologische Konzepte von Persönlichkeit und Persönlichkeitseigenschaften können in vieler Hinsicht Einfluss nehmen, beispielsweise in der Schule, im betrieblichen Personalwesen, in Kliniken oder Alters- und Pflegeheimen. Persönlichkeitsdiagnostik, Assessment Die Persönlichkeitsdiagnostik soll die für eine psychologische Fragestellung interessierenden Persönlichkeitsmerkmale erfassen (siehe ). Dazu gehören Begutachtungen und Prognosen in Schulpsychologie, Personalwesen, klinischer Psychologie. Gelegentlich wird die Diagnostik von individuellen Fähigkeiten einschließlich der von der Persönlichkeitsdiagnostik im engeren Sinn unterschieden. Da mit dem Begriff Diagnostik häufig eine medizinische Aufgabenstellung gemeint ist, wird heute oft der englische Begriff Assessment (Erfassung, Beurteilung) gebraucht. Assessment bedeutet gezielte Erfassung von psychologischen Unterschieden für einen bestimmten praktischen Zweck, insbesondere die Vorhersagen von Kriterien aufgrund bestimmter Prädiktoren (Prognose). Zum Verständnis der Strategien und der einzelnen Tests, Fragebogen usw. ist es notwendig, mit den Prinzipien der Differenziellen Psychologie und der Persönlichkeitstheorien vertraut zu sein. (siehe , , , ) Literatur Philosophie Tilman Borsche: Stichwort. Individuum, Individualität. In: Joachim Ritter Karlfried Gründer u.a. (Hrsg.). Historisches Wörterbuch der Philosophie. Buchgesellschaft, Darmstadt 1976 (S. 310-323). Gerd Jüttemann: Psychologie als Humanwissenschaft. Vandenhoeck und Rupprecht, Göttingen 2004, . Regine Kather: Person. Die Begründung menschlicher Identität. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2007, . Bernard N. Schumacher und Francois-Xavier Putallaz (Hrsg.): Der Mensch und die Person. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2008. Psychologie Gordon W. Allport: Persönlichkeit. Struktur, Entwicklung und Erfassung der menschlichen Eigenart. (2.Aufl.). Beltz, Meisenheim a. Gl. 1959. Manfred Amelang: 100 Jahre Psychologie: Differenzielle Psychologie, Persönlichkeitspsychologie und Psychologische Diagnostik. Zeitschrift für Differenzielle und Diagnostische Psychologie, 2004, Volume 25, 265-276. Manfred Amelang, Dieter Bartussek, Gerhard Stemmler und Dirk Hagemann: Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung (6. Aufl.). Stuttgart: Kohlhammer, Stuttgart 2006, . Manfred Amelang und Lothar Schmidt-Atzert: Psychologische Diagnostik und Intervention (4. Aufl.). Springer, Berlin 2006, Michael Argyle: The psychology of interpersonal behavior. Penguin, Harmondsworth 1983. Jens B. Asendorpf: Psychologie der Persönlichkeit (5.Aufl.). Springer, Berlin 2007, Klaus Boerner: Das psychologische Gutachten. Ein praktischer Leitfaden (7. Aufl.). Beltz, Weinheim 2004, . David M. Buss (Ed.): The handbook of evolutionary psychology. Wiley, Hoboken, NJ. 2005. Charles S. Carver und Michael F. Scheier: Perspectives on personality (5th ed.). Allyn and Bacon, Boston 2004, Ekkehard Crisand: Psychologie der Persönlichkeit (8. Aufl.). Sauer, Heidelberg 2000, . Hermann-Josef Fisseni: Persönlichkeitspsychologie : auf der Suche nach einer Wissenschaft; ein Theorienüberblick (4. Aufl.). Hogrefe, Göttingen 1998, . Hermann-Josef Fisseni: Lehrbuch der psychologischen Diagnostik: mit Hinweisen zur Intervention.(3. Aufl.). Hogrefe, Göttingen 2004, . Joseph P. Forgas: Soziale Kommunikation und Interaktion. Eine Einführung in die Sozialpsychologie (4. Aufl.). Weinheim: Psychologie Verlags Union, Weinheim 1999, . Manfred Hassebrauck, Reiner Niketta (Hrsg.).Physische Attraktivität. Hogrefe, Göttingen 1993, . Roland Henss: Gesicht und Persönlichkeitseindruck. Hogrefe, Göttingen 1998, . Werner Herkner: Lehrbuch Sozialpsychologie (5. Aufl.). Huber, Bern 1996, . Oliver P. John, Richard W. Robins und Lawrence A. Pervin: Handbook of personality: Theory and Research (3rd. ed.). Guilford Press, New York 2008. Uwe Peter Kanning: Die Psychologie der Personenbeurteilung. Hogrefe, Göttingen 1999, . Julius Kuhl: Motivation und Persönlichkeit. Interaktionen psychischer Systeme. Hogrefe, Göttingen 2001, . Uwe Laucken (1973) Naive Verhaltenstheorie. Ein Ansatz zur Analyse des Konzeptrepertoires, mit dem im alltäglichen Lebensvollzug das Verhalten der Mitmenschen erklärt und vor¬hergesagt wird. Klett, Stuttgart 1974, . Dan P. McAdams (Ed.): Identity and story: creating self in narrative. APA, Washington, D.C. 2006, . Hans Dieter Mummendey: Psychologie der Selbstdarstellung. (2. Aufl.). Hogrefe, Göttingen 1995, . Rolf Oerter und Leo Montada: Entwicklungspsychologie (6. Aufl.). PVU, Weinheim 2008, . Kurt Pawlik und Manfred Amelang (Hrsg.): Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung. Enzyklopädie der Psychologie. Themenbereich C, Serie 8 (4 Bände). Hogrefe, Göttingen 1995-2000, Lawrence A. Pervin, Daniel Cervone und Oliver P. John: Persönlichkeitstheorien. Reinhardt, München 2005, . Hans Thomae: Das Individuum und seine Welt: eine Persönlichkeitstheorie. Hogrefe, Göttingen 1968. Hannelore Weber und Thomas Rammsayer (Hrsg.): Handbuch der Persönlichkeitspsychologie und Differentiellen Psychologie. Hogrefe, Göttingen 2005


